Transplantation Info
Transplantation - Patienteninformation über das Transplantationsverfahren

Die Nierentransplantation wird als das beste Therapieverfahren des dialysepflichtigen Nierenversagens angesehen. Eine Nierentransplantation ist bei jedem dialysepflichtigen Patienten in Erwägung zu ziehen.

A. Vorbereitung zur Transplantation

Zu unterscheiden ist die Leichennierenspende von der Lebendspende.

1. Um eine Leichennierenspende erhalten zu können wird der Betroffene nach gründlicher medizinischer Voruntersuchung nach Anmeldung in einem Transplantationszentrum in eine Warteliste übernommen. Diese Liste wird in Holland verwaltet. Die Vergabe eines Organes folgt definierten Regeln. Bedeutsam sind hierbei die Wartezeit und die Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger. Der Beginn der Wartezeit ist der Dialysebeginn. Die Wartezeit beträgt zur Zeit etwa 5 – 7 Jahre.

2. Im Transplantationsgesetz wurde festgelegt, dass eine Lebendspende dann möglich ist, wenn eine enge persönliche Beziehung zwischen Spender und Empfänger besteht. Der Spender muss gesund sein, die Blutgruppen sollten verträglich sein. Eine Transplantation bei Blutgruppenunverträglichkeit ist möglich, bedeutet jedoch einen deutlich höheren Aufwand. Bei Feststellung der medizinischen Eignung des Empfänger-Spenderpaares erfolgt ein psychologisches Gutachten. Nach Abschluss aller Untersuchungen entscheidet ein unabhängiges Gremium (Ethikkomission der Ärztekammer), ob die Transplantation erfolgt kann.

B. Verlauf nach der Transplantation

Damit die Funktion des Transplantates gewährleistet ist, muss eine dauerhafte medikamentöse Therapie erfolgen. Diese Therapie bewirkt eine Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem). Die Aufgaben der Körperabwehr sind die Überwindung von Infektionen, zum anderen ist das System bedeutsam in der Kontrolle der Entwicklung von Krebserkrankungen. Entsprechend besteht vor allem in der frühen Phase (etwa 3 – 6 Monate) nach Transplantation erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Weiter besteht ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen, insbesondere der Haut.

In einem nachsorgenden Zentrum ist deshalb ein strukturiertes Untersuchungsprogramm etabliert, um sehr früh die Risiken zu erkennen, in einem Stadium, wo Heilbarkeit gegeben ist.

Medikamente haben substanzeigene Nebenwirkungen. Ziele sind solche zu vermeiden, zu Erkennen und wenn keine andere Möglichkeit beseht, sie zu behandeln. Bekannt z.B. als eine Nebenwirkung von Cortison, das einen festen Stellenwert in der Therapie hat, ist die Entwicklung eines Diabetes mellitus.

In der Regel kommen 2-3 Medikamente (sog. Immunsuppressiva) zum Einsatz. 

Ziel der Nachsorge ist es, dem Betroffenen im Grundsatz das Wissen über die Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikation zu vermitteln.

Die Ergebnisse sind gut. 1 Jahr nach Transplantation sind noch über 90% der Organe funktionstüchtig. Statistisch gesehen nimmt dann aber die Zahl der funktionierenden Organe über die Zeit ab.

Verläufe über 20 Jahre sind nicht selten. Nach erneuter Dialysebehandlung ist eine 2. - oder auch 3. Transplantation möglich.